Das Klinikum Karlsburg

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Weiterbildungs-Curriculum "Kardiologie" am Klinikum Karlsburg

I. Allgemeines:

Grundlage der Weiterbildung zum Facharzt Innere Medizin/SP Kardiologie am Klinikum Karlsburg ist die Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern in ihrer derzeit gültigen Beschlussfassung vom 09.11.2005.

Innerhalb der Weiterbildungszeit von 3 Jahren ist der Ablauf des Curriculums in sog. Modulen organisiert. Diese Module spiegeln die wesentlichen thematischen Schwerpunkte der Kardiologie wieder. Im einzelnen sind dies:

  • Modul 1: Stationsarbeit
  • Modul 2: Internistische Intensivmedizin/Kardiologische Wacheinheit (KWE)
  • Modul 3: Nichtinvasive Funktionsdiagnostik
  • Modul 4: Herzkatheterlabor
  • Modul 5: Elektrotherapie

 

In diesen 5 Modulen werden die vorgeschriebenen Basiskompetenzen und Richtzahlen mindestens erreicht, oft jedoch auch überboten.

Integraler Bestandteil der Curriculums sind darüber hinaus die täglichen Fallbesprechungen und klinischen Problemdiskussionen sowie die abteilungsinternen Weiterbildungen, welche zumeist aktuell-wissenschaftliche Themen der Kardiologie zum Inhalt haben. Eine örtliche Besonderheit des Klinikums Karlsburg stellt die unmittelbare räumliche Nähe zur Kardiochirurgie (Chefarzt Prof. Dr. med. H.-G. Wollert) dar. Patienten mit Indikation zum kardiochirurgischen Eingriff (z.B. Bypass-Operation, Klappenersatz) werden dem Chirurgen durch den Auszubildenden i.R. interdisziplinärer Fallkonferenzen vorgestellt und in Anwesenheit der verantwortlichen Oberärzte/-innen diskutiert.

 

II. Verantwortliche:

Hauptverantwortlich für die Gewährleistung und Durchführung der Weiterbildungsinhalte ist der Chefarzt der Einrichtung, Herr Prof. Dr. med. Wolfgang Motz. Er begleitet die Weiterbildung der Ärzte/-innen gemeinsam mit den in den einzelnen Bereichen tätigen Oberärzten/-innen. Letztere sind für die nachvollziehbare Dokumentation der Basiskompetenzen und Richtzahlen verantwortlich.

Seitens der Auszubildenden vertritt ein gewählter Assistentensprecher die Einhaltung eines Rotationsplans durch die einzelnen Module.

 

III. Module:

Modul 1 (Stationsarbeit):

Dieses Modul steht am Anfang der Tätigkeit im Bereich Kardiologie und umfasst die Aufnahme und Versorgung stationärer Behandlungsfälle – elektiver wie auch notfälliger. Der Auszubildende erwirbt Vertrautheit mit der Anwendung und Handhabung kardiovaskulärer Medikamente sowie der Indikationsstellung für die gängigen Untersuchungs- und Behandlungsverfahren. Dazu gehört auch die umfassende Befundung der EKG-Diagnostik einschließlich Langzeit-EKG (interne Richtzahl: 400 - 500), Belastungs-EKG (100 - 200) und Spiroergometrien (50 - 100).

 

Modul 2 (Internistische Intensivmedizin/Kardiologische Wacheinheit):

Dieses Modul durchläuft der Auszubildende auf der hausinternen anästhesiologisch-internistisch geführten Intensivstation sowie der Kardiologischen Wacheinheit - zumeist während des zweiten Weiterbildungsjahres.

Inhaltlich werden die grundlegenden Fertigkeiten der Intensivmedizin vermittelt. Im einzelnen: Grundlagen der maschinellen Beatmung, hämodynamisches Monitoring, Intubation, kardiopulmonale Reanimation, Differenzialtherapie kreislaufwirksamer Medikamente sowie Anlage von zentralen Venenkathetern und Thoraxdrainagen.

Ebenso fallen die Anlage von passageren Schrittmachersonden (50 - 100) sowie die Durchführung von Rechtsherzkatheteruntersuchungen in dieses Modul (ca. 150 - 200).

 

Modul 3 (Nichtinvasive Funktionsdiagnostik):

Dieses Modul findet im Echokardiografie-/Ultraschalllabor sowie den Räumen der Funktionsdiagnostik statt.

Unter oberärztlicher Aufsicht übernimmt der Auszubildende die selbständige Durchführung der echokardiografischen Routinediagnostik einschließlich aller anfallenden transthorakalen (1500 - 2000) und transösophagealen (150 - 250) Echokardiografien, Stressechokardiografien (150 - 300), Echokontrastuntersuchungen (50). Eingeschlossen sind Farbduplexuntersuchungen peripherer und herznaher Arterien und Venen (150 - 300). Klinisch relevante und interessante Befunde werden in der Fallkonferenz vorgestellt und mit den Oberärzten und dem Chefarzt diskutiert.

Die umfassende Befundung der EKG-Diagnostik einschließlich Langzeit-EKG, Belastungs-EKG und Spiroergometrien werden bereits im Modul 1 (Stationsarbeit) erlernt.

 

Modul 4 (Herzkatheterlabor):

Am Klinikum Karlsburg werden alle gängigen Methoden und Verfahren der invasiven Kardiologie vorgehalten.

Zum Abschluss des Curriculums wird der Auszubildende zunächst unter Anleitung von Prof. Dr. Motz und den Herzkatheteroberärzten in der Durchführung diagnostischer Links-/Rechtsherzkatheteruntersuchungen angewiesen, um diese später selbstständig durchzuführen (300 - 500). Zunächst führen die Auszubildenden arterielle Punktionen und Ventrikulographien sowie Rechtsherzkatheteruntersuchungen (Druckmessung, Oximetrie, Thermodilotion) durch. Haben sie in diesen Techniken Sicherheit, folgt die selektive Koronarangiographie nach Judkins und modifiziert nach Sones (Punktion der A. brachialis) sowie Zugang über A. radialis. Später folgen spezielle Techniken wie Perikardpunktion und transseptale Punktion. Alle vom Auszubildenden erhobenen Befunde werden entweder Prof. Dr. Motz oder einem verantwortlichen Oberarzt vorgestellt und mit diesem erörtert. Bei anfallenden Koronarinterventionen hospitiert der Auszubildende zunächst, um später dabei zu assistieren. Bei persönlicher und fachlicher Eignung wird sie/er später in deren selbständiger Durchführung unterwiesen.

 

Modul 5 (Elektrotherapie):

Im Modul „Elektrotherapie“ erhält der Auszubildende Grundkenntnisse in der Durchführung elektrophysiologischer Untersuchungen. Es besteht die Möglichkeit, gemeinsam mit einem verantwortlichen Oberarzt His-EKG abzuleiten sowie Mapping des Koronarvenensinus, programmierte Vorhof- und Ventrikelstimulationen als auch Ablationen durchzuführen.

Insbesondere besteht auch die Möglichkeit, die Ablationstechniken bei Vorhofflimmern (Verfahren wird ab 2. Quartal 2009 in Karlsburg eingeführt) kennen zu lernen.

Ebenso nimmt der Auszubildende an den täglich anfallenden Schrittmacher- und ICD-Abfragen (200 - 300) teil und führt diese nach einer Einarbeitungsphase unter oberärztlicher Anleitung selbständig durch. Da die kardiale Resynchronisationstherapie im Klinikum Karlsburg einen großen Stellenwert hat, hat der Auszubildende ausgiebig Gelegenheit, diese Methode kennen zu lernen (Indikationsstellung, Implantationstechniken, Lösungen typischer Probleme der Resynchronisation sowie spezifische Nachsorge mit AV- und VV-Delayoptimierung).

Des Weiteren besteht die Möglichkeit, Schrittmacherimplantationen und ICD/CRT-Implantationen selbst zu erlernen. Diese Eingriffe erfolgen gemeinsam mit der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie unseres Hauses.

 

IV. Dokumentation:

Die Dokumentation der in den Modulen abgeleisteten Richtzahlen erfolgt auf den von der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern ausgegebenen Formbögen durch die verantwortlichen Oberärzte/-innen. Die Verantwortung für die Führung der Formbögen und deren Vorlage liegt beim Auszubildenden.